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Riesen auf den Schultern von Zwergen

25. April 2011 | Autor: viktor | abgelegt in Allgemein

Verstört hat womöglich das Bild von den Zwergen auf den Schulter von Riesen im Zusammenhang mit der Heineschen Bemerkung, dass es kein Plagiat in der Philosophie gäbe (vgl die Bemerkungen über die Herren Valentin und Gernhardt).

Bruno hat es in seinem Kommentar auf den Punkt gebracht: Die Natur kennt kein Copyright. Da wird gnadenlos abgeschrieben und Neues geschaffen indem man Altes kopiert, ein wenig verändert und neu zusammensetzt. Mutationen eben. Da fragt niemand nach korrekten Zitaten. Allerdings braucht die Natur auch keinen Doktortitel.

Dem mittelalterlichen Menschen schien das Ausmaß der in seiner Zeit gewonnenen Einsichten gering zu sein gegenüber dem was vorher schon geschaffen worden war. Vieles ging beim Brand der Bibliothek in Alexandria verloren oder kam sonstwie abhanden. Voller Ehrfurcht schaute man auf die Riesen der Vergangenheit, insbesondere die griechischen Riesen Platon, Sokrates und Aristoteles. Daher sah man sich selbst als Zwerg, aber auf den Schultern von Riesen stehend.

Der Mensch des 21. Jahrhunderts hat mit dem Bild so seine Schwierigkeiten. Die atemberaubende Entwicklung der letzten Jahrzente kehrt ihm das Bild um. Manche sehen sich wohl gerne als Riesen, auf den Schultern von Zwergen stehend.

Und wer von Zwergen abschreibt, der braucht kein korrektes Zitat. Ist doch klar, oder?

  1. Bruno
    27. April 2011, 17:12 | #1

    Die Natur kennt kein Copyright.

    Das ist falsch zitiert. Ich habe geschrieben, dass die Evolution kein Copyright kenne.
    Wir können das aber so stehen lassen. Natur klingt auch ganz gut, jedenfalls nicht so darwinistisch.
    Gruß, Giordano

    PS: die Rieslein auf den Schultern der Zwerge gefallen mir :-)

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